Über mich
Im Juli 2008 habe ich entschieden, eine Weltreise zu machen. Eine lange Weltreise.
Am 8. Februar 2009 starte ich zu den Cook-Inseln, volle Breitseite Südsee. Wochenlang die Füße in den Sand stecken, Kokosnüsse en masse, endlich mal klares Wasser. Und danach, mal schauen ob´s dann rechtsrum oder linksrum geht. Ich habe noch keinen blassen Schimmer.
Ich habe die wirklich seltene Möglichkeit (wenn mich der LHC nicht noch auf den letzten Wochen mit einem hausgemachten Schwarzen Loch überrrascht…), ungebunden und zeitlich offen weg zu fahren. Ich erfülle damit offensichtlich (stellvertretend) auch den Traum vieler Menschen, denn die, denen ich das erzählt habe, träumen zumeist und sagen so sonderbare Dinge wie “was für eine wunderbare Idee, das würde ich auch gerne tun, beneidenswert, wie mutig, … “. Ich weiss, dass viele Dinge auf mich zukommen werden, die schwierig und sehr fremd sind. Zum Mut an anderer Stelle mehr.
Anfang des Jahres 2008 habe ich meine Frau durch eine lange Krankheit verloren. Unsere gemeinsamen Pläne waren plötzlich passé. Die Last von sechs Jahren Auseinandersetzung mit dem Tod, Jahre, in denen ich auf meine Frau konzentriert war, fielen mit einem Schlag von mir ab und ich muss mir nun darüber klar werden, was ich mit meinen verbleibenden vielleicht 40 Jahren anfangen will. Vierzig Jahre sind viel von heute aus gesehen, aber wenig, wenn ich in die Vergangenheit blicke. Bis zu meinem 40. Lebensjahr wusste ich unbewusst, dass das Beste noch auf mich wartet, und kaum war Silvester 2000 vorbei -die Luft roch wirklich noch nach Raketen und Böllern- kam ich mit meine Frau zusammen. Meine Wünsche hatten sich mit unserer Freundschaft und Liebe erfüllt, sie war meine Seelenverwandte, Partnerin, Geliebte. Es fällt mir schwer, die Welt ohne sie zu erobern, aber es ist auch ein Teil meines Lebens, den ich nun alleine leben muss, egal, wie er sich entwickelt. Ganz ehrlich, es ist sauschwer, mit einem Male alle Entscheidungen vollkommen alleine zu treffen.
Job, Geld, Hausrat?
Job wird gekündigt eine recht leichte Entscheidung. Obwohl er mir grundsätzlich Spass macht, was aber hauptsächlich an den Kollegen liegt, mit denen ich nunmehr seit über 12 Jahren zusammen arbeite, ist der Thrill, als Daten-Admin-Fritze zu arbeiten irgendwann wirklich weg. Die immer weiter fortschreitende Verknöcherung der Firmenstrukturen mitzuerleben, ist mir schon lange genug. Dass ich es so lange ausgehalten habe, liegt zum Einen sicher an der Krankheit meiner Frau, da hätte ich eine Kündigung wirklich nicht gemacht, und zum Anderen an der recht passablen Bezahlung. Ob ich später wieder einsteigen kann? Die Frage stellt sich mir nicht wirklich, weil ich später nicht dort wieder einsteigen will. Das Kapitel ist abgeschlossen, es kommt nun etwas Neues, das ist wichtig. Genauso wenig mache ich mir im Moment Gedanken darüber, was sein wird, wenn die ganze Kohle weg ist, was ja zwangsläufig passieren wird, da ich ein begrenztes Budget habe. Tja, weg ist weg, oder wie wir in Köln sagen “fott es fott”.
Mein Hausrat wir weitesgehend aufgelöst. Die Einlagerung meiner Sachen wird so teuer, dass ich davon Abstand nehme. Anm.: habe inzwischen einen netten Bauern kennengelernt, wo ich was billig einlagern kann. Ich verschenke viel und das, was ich brauche, sollte in nicht mehr als 20 Kisten passen. Es ist eben auch eine gute Gelegenheit, meinen Besitz auf Notwendigkeit zu überprüfen. Kleiderkisten mit Stangen sind auch für eine längere Zeit nutzbar und sehr billig, wenn ich wieder zurückkomme, es gibt in unserer Gesellschaft so dermassen viel Zeug, dass ich keine Sorgen habe, später mit Nichts dazustehen. Auf meine Küchensachen lege ich grossen Wert (Manuela hat immer so gerne Maschinchen für alles mögliche gesammelt), ebenso auf mein Bett, den chinesischen Hochzeitsschrank und meine Instrumente. Anderes wie TV, Schränke, CDs, Musikanlage - darauf lege ich keinen Wert, also weg damit. Das ist alles weniger radikal, als es klingt - für mich. Ich weiss, andere lecken sich die Finger danach, also sollen sie es haben. Es bleibt noch sooo viel für mich und ich bekomme so viel auf meiner Reise.
Wie geht es weiter?
Ich möchte meine Kochkünste erweitern. Kochen ist eines meiner grossen Hobbys. Andere Länder - andere Küchen. Nach diesem Motto werde ich mich also fit machen und lernen, wie andere mit Lebensmitteln umgehen. Ich weiss von Astrid und MArtin, dass meine drei grossen Talente Musikmachen, Kochen und PC-Spezialist, unterwegs gefragt sind und mir damit einige Möglichkeiten zur Arbeit gegen Unterkunft (Hand gegen Koje) möglich sind.
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Thomas Haake
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