Einen mittelschweren Schock hab ich ja erwartet, nach acht Monaten wieder in Deutschland zu sein. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Mieses Wetter hatte ich ja lange nicht mehr, glücklicherweise habe ich ein paar gute Freunde, die mich in meiner kleinen Winter- und Heimkehr-Depression auffangen
Mit vier Kilo Gepäck inklusive Mitbringseln stehe ich plötzlich ohne warme Schuhe und Jacke im Flughafen. Mann, ist das hier scheisse kalt. Wie schnell sich mein Körper an regelmässige 28-30 Grad gewöhnt hat und diese offensichtlich den deutschen Temperaturen vorzieht.
Nach gefühlten 3 Monaten (ich bin ich seit 3 Wochen hier…) ist mir klar, dass ich einige dicke Verbindungen hier wirklich abgebrochen habe. Keine eigene Wohnung zu haben ist kein Spass, und wenn es draussen 14 Grad sind, ist die Wohnung nunmal der Lebensmittelpunkt. Schwer, aber von mir so provoziert. Ein kleiner Frust für mich. Es macht es mir aber einfacher, meinen Rückflug um drei Wochen vorzuziehen. Zum Glück kostenfrei (und übrigens zu unschlagbaren 570 Euro Hin- und Zurück bei Emirates. Mach ja sonst keine Werbung, aber das ist wirklich ein Tipp).
Schon nach so relativ kurzer Zeit des Wegbleibens aus Deutschland, fallen mir dennoch sofort die Unterschiede zu anderen Ländern auf. Ich will gar nicht jammern, was andere vor mir schon tausenfach gemacht haben, was für ein miesepetriges Völkchen die Deutschen sind. Ich denke vielmehr, dass ich mich geändert habe und meine Sichtweise auf die Dinge eine andere geworden ist. Gut so, es bewegt sich was.
Gefragt danach, was ich denn eigentlich so tue auf meiner Insel, möchte ich kurz loswerden: Musik und Nix. Wie…? Du tust nix? Was heisst das denn? Na, nix eben, faulenzen, Sonne gucken, Wasser hören. Ok, bisschen Vokabeln lernen, nachdenken und eben Musik machen. Ich habe mir ein paar kleine elektronische Spielereien gekauft, damit ich dort Aufnahmen machen kann, Ideen sammeln, mit meiner Insel-Band (später mal ein paar Fotos davon) was aufnehmen, über Yoga nachdenken (soll ich - soll ich nicht… :), Garten anlegen und mittelfristig eine Möglichkeit finden, den Inselbewohnern mit einer knackigen Idee etwas von dem zurückzugeben, was sie mir an Herzlichkeit und menschlicher Wärme freiherzig geben. Es ist zu früh, um etwas konkretes zu sagen, aber ich werde darüber berichten.
Ach so, elektronische Spielerei, da fällt mir ein, morgen soll mein iPhone kommen, bin leider morgen früh auf dem Weg nach Frongreisch für 1 1/2 Wochen, schade. Was heisst schade, ich freu mich drauf ein paar nette Fronsösinnen zu besuchen, Reisebekanntschaften von den Cook-Inseln und aus Gili Air.
Wer mein kleines Filmchen vom 1. Nov gesehen hat, wird übrigens verstehen, dass es mich wieder nach Hause zieht (yessss, ich meine Gili Air damit). Darüber, was ich eigentlich in Deutschland wollte -ausser Familie und Freunde mal wieder sehen-, werde ich in meinem Secret Garden nachdenken. Es beginnt nun etwas ganz Neues für mich, der Gedanke, dass mein Leben nun eine vollkommen neue Wendung nimmt, ist unglaublich spannend. Und da ich Vogel-frei bin, ist alles noch mal so gut.
Das beste Schweinerückensteak meines Lebens (kein Scheiss) hatte ich heute mit meinen beiden Liebsten im “Piwipp”(?) am Rheinufer in Zons. Wenn das mal kein Grund ist, dafür wieder zurückzukommen.
18. November 2009 um 20:17
I hope you don’ t mind me writing in English. Deutsch schreiben habe ich noch nie gekonnt!
Es war gut dich kennen zu lernen.
Quite strange how you can meet someone and know…. just know…. this is it… you sort of have a kind of recognition. And to read your word it was as if i’d see your soul. I’ve always been quite reluctant to open a window in public areas, let alone the whole door.
I’m not making much sense, but i just wanted to say what a wonderful Mensch you are.
It was moving to hear of your grief, but most of all it’s about you, the way you can take someone right into that moment and place, lead him right into your life.
Reading about your journey has been a mind blowing experience. You haven’t just given me the wonderful colors of your dives, nor the unbelievable depths of contacts with local nature and life. You have given me an insight into your soul.
You are a brave man.
And you quite clearly are on the right track!
Respect :-) and good luck!
Sylvia
(Die Deutsche Italienarin die in London lebt)
14. Dezember 2009 um 20:13
Hallo.
Als aufmerksamer Leser deines ehem. Weltreise-Blogs möchte ich nur darauf hinweisen, dass das Landgasthaus Piwipp in Rheinfeld und nicht in Zons ist. Eigentlich egal, wollte es nur gesagt haben.
Gruß aus Dormagen
Niko
15. Dezember 2009 um 03:13
Hallo Niko, Du hast sicher Recht, danke fuer den Hinweis. Und guten Appetit fuer’s naechste Mal.
Gruss, Thomas
25. Dezember 2009 um 17:19
Hi Thomas,
frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Na machst ja doch etwas mehr wie nix-:)) gut so. Das nix tut Dir sehr gut, ja ich denke du hast Deinen Weg gefunden. Gehe und GENIESSE ihn das wünsch ich Dir.
LG aus dem schönen verregneten und nasskaltem Q
Winni